Emanuel von Bodman (1874 - 1946)
ein besonderer Schriftsteller
Mit der Eröffnung des Bodman-Hauses wurde in Gottlieben eine Gedenkstätte für den Schriftsteller Emanuel von Bodman geschaffen, der Anfang des Jahrhunderts die Bodenseeregion wählte, um hier sein Leben der Schrift zu widmen. Eine Reihe von Dramen, viele Erzählungen und Hunderte von Gedichten umfasst sein Werk, das nach seinem Tod am 21. Mai 1946 in einer Gesamtausgabe erschienen ist, die zehn Bände zählt. Emanuel von Bodman war in seinem schrifstellerischen Schaffen sehr vielseitig, und für vieles, was er publizierte, erhielt er Anerkennung von bedeutenden Schriftstellerfreunden. Hermann Hesse, der Anfang des 20. Jahrhunderts in Gaienhofen lebte und mit dem Bodman während dieser Zeit in regem Kontakt stand, bemerkte über den 1907 erschienen Gedichtband «Der Wandrer und der Weg», dass kein anderes Gedichtbuch der letzten Jahre ihm einen «so reinen und innigen Eindruck gemacht hat». Sehr wohlwollende Briefe sind auch von Rainer Maria Rilke und von Stefan Zweig erhalten.
Geboren wurde Emanuel von Bodman am 23. Januar 1874 in Friedrichshafen. Als Kind lebte er in Kreuzlingen, in Konstanz besuchte er das Gymnasium. Nach dem Studium in München, Berlin und Zürich kehrte er in die Bodenseeregion zurück, die Schweiz wurde seine Wahlheimat. «Zürich ist für mich die Stadt der Städte, wie der Bodensee der See der Seen», bekannte er in seinen Briefen. Bodman wohnte zunächst gegenüber Schloss Gottlieben auf Tägerwiler Gemeindegebiet, nach der Heirat mit Clara Herzog aus St. Gallen bezog er dann das Haus am Dorfplatz von Gottlieben, in dem beide bis zu ihrem Tod wohnten.
Faszinierendes Umfeld

Ein Blick in den im Schiller-Nationalmuseum in Marbach verwahrten Nachlass zeigt im Umfeld von Emanuel von Bodman ein faszinierendes Netz von Verbindungen, die über politische Grenzen und jene einzelner Kultursegmente hinausreichen. Richard Demel, René Schickerle, Wilhelm von Scholz, Rainer Maria Rilke, Ludwig Finckh, Ludwig Klages und Hermann Hesse zieren eine lange Liste von Dichterbekanntschaften und -freundschaften. Für 1926 wird ein Begegnung mit Thomas Mann vermerkt. Emil Staiger und Robert Faesi sind als Exponenten der Universität Zürich zu nennen .1940 hat Emanuel von Bodman den Literaturpreis der Stadt Zürich erhalten. Aus zahlreichen Kontakten ergibt sich das Bild eines Künstlertreffpunktes oder -kreises um Emanuel von Bodman, zu dem fast alle Prominenten des Kulturschaffens der Jahrhundertwende und der Jahrzehnte danach gehören.