Wohnen und Schreiben in Gottlieben

Das Dorf an der Wespentaille des Bodensees 


Stipendiatenwohnung

Wohnen und Schreiben in Gottlieben

Literaturhäuser sind Einrichtungen in Städten. Das Bodmanhaus, das Kleine Literaturhaus, unter dessen Dach die Stipendiatenwohnung liegt, will mit den grossen, weltläufigen Orten nicht konkurrieren. Das Bodmanhaus ist anders, es steht für das Kleine, das Ruhige und das Tiefe – für Literatur auf dem Land.


Hier heissen wir Sie willkommen. Auf dass Sie wie viele Autorinnen, Schriftsteller und Übersetzer vor Ihnen zwei Monate in diesen Räumen arbeiten und am Ende dieser Wochen sagen: Ich habe einen Ort entdeckt, eine Atmosphäre. So wie auch Literatur einen Ort und eine Atmosphäre hat.


Die Gästewohnung im Bodmanhauses steht Stipendiatinnen und Stipendiaten zur Verfügung, die hier in Ruhe ihrer schriftstellerischen oder übersetzerischen Arbeit nachgehen möchten. Die Gäste kommen auf Einladung der Kulturstiftung des Kantons Thurgau (www.kulturstiftung.ch), welche für Lebenskosten und Miete aufkommt. Der Aufenthalt beträgt in der Regel zwei Monate. Von den Stipendiatinnen und Stipendiaten wird erwartet, dass sie sich im Rahmen des ordentlichen Programms des Kleinen Literaturhauses mit einem Beitrag (Lesung o.ä.) dem Publikum vorstellen.


Eine Bewerbung um ein Stipendium ist nicht möglich.


Die Gästewohnung (Grundriss  PDF) kann, soweit diese frei ist, von Autorinnen und Autoren gemietet werden. Kontakt: sekretariat@bodmanhaus.ch

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Sicht aus der Stipendiatenwohnung

Das Dorf an der Wespentaille des Bodensees

An der engsten Stelle zwischen dem weiten Obersee und dem kleineren Untersee, die zusammen den Bodensee ausmachen, liegt Gottlieben, ein Ort mit gut 300 Einwohnern. Beschaulich und verträumt, aber nicht verschlafen. Vom romantischen Laubengang der Stipendiatenwohnung aus in Richtung Westen erblickt man das Gemeindehaus, die Kirche, die Schule und den Brunnen – so wie es sich für ein überschaubares Dorf gehört. Drei Viertel der Gemeindefläche steht unter Naturschutz, im Norden bildet der See-Rhein die Landesgrenze.


Gottlieben war nie ein Bauerndorf. Aber auch die Bezeichnung Marktflecken will nicht passen. Schon früh siedelten sich hier kleinere Industrien an. Die schönen Bürgerhäuser aus dem 17. Jahrhundert geben dem kompakten Dorf einen Anstrich von Vornehmheit und Wohlstand. Das fast 800jährige Schloss war einst Bischofsresidenz, dann Kerker für den Reformator Jan Hus und kurzzeitig auch Absteige für Napoleon III. Anfangs des 19. Jahrhunderts kam es mitsamt dem grossen Park in Privatbesitz. Ab 1950 war das Anwesen das Zuhause der Opernsängerin Lisa della Casa, die hier bis zu ihrem Tod 2012 lebte.


Am Landesteg legen die Kursschiffe auf ihrem Weg von Kreuzlingen über Konstanz an, bevor sie im Zickzack über den Untersee fahren, mal am deutschen, mal am Schweizer Ufer Passagiere aufnehmen und schliesslich den Rhein hinab Schaffhausen zusteuern. Radfahrer freuen sich, dass die 48 Kilometer lange Strecke fast durchgehend geteert ist. Wer's weniger sportlich mag oder wem eine Schifffahrt zu langsam ist, nimmt den Regionalzug ab Tägerwilen-Gottlieben, der im Halbstundentakt ebenfalls nach Schaffhausen fährt oder einen in Richtung Osten nach Romanshorn bringt. Wer es ganz geruhsam haben möchte, setzt sich auf die Terrasse eines Restaurants oder ins Seecafé und schaut dem gemütlich dahinfliessenden Rhein, dem Spiel des Wassers mit der Luft zu und unterhält sich zwischendurch mit der Bedienung, die einem die Geschichte des Schlosses Arenenberg und dessen berühmten Bewohnern im benachbarten Ort Salenstein erläutert.


Seit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts profitiert die Gemeinde zunehmend vom Tourismus. Die Gastronomie, die zwei Bootswerften und die Hüppen-Manufaktur sind heute die wichtigsten Arbeitgeber. Über die sündhaft guten "Gottlieber Hüppen" schrieb der Schriftsteller Klaus Merz einmal: Gott liebt die Hüppen und ich auch.

Sommer 2015

Lageplan Bodmanhaus, Dorfplatz 1, Gottlieben 

www.gottlieben.ch

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